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Yoga und Stress


Wir leben in einer Zeit in der alles schnell gehen muss. Es ist selbstverständlich, dass wir immer und überall erreichbar sind und, dass wir sofort reagieren. Die Anforderungen im Beruf und im Alltag sind hoch. Wir wollen perfekt funktionieren, so wie wir glauben, dass es von uns erwartet wird. Erfolgreich im Job, Kinder, Haushalt, Sport –alles im Griff! Da entsteht schnell einmal Dauerstress!

 

Kurzzeitstress tut uns gut, er stärkt das Immunsystem, bringt den Kreislauf auf Trab und macht fit und glücklich. Unter Stress schüttet der Körper ein Hormon aus, das Entzündungen hemmt, Wunden heilt und den vom hektischen Leben beanspruchten Herzzellen hilft, sich zu regenerieren. Stress ist eine natürliche Reaktion auf eine Gefahr. Der Körper wird aktiviert, damit wir fliehen können. Wir werden wach, schnell und effizient. Wir wachsen über uns hinaus. Nach der Stressreaktion werden Glückshormone ausgeschüttet – die Belohnung vom Gehirn für die lebensrettende Aktion. Was aber lange anhält, birgt Gefahren. Häufiger, lang anhaltender Stress überfordert den Organismus. Ist das Gehirn ständig im Alarmzustand fehlt die Ruhezeit.

 

Was können wir tun? Wir können einerseits mit dem positiven Kurzzeitstress dagegen ankämpfen. Eine intensive Stressreaktion ermöglicht im Anschluss eine maximale Entspannung. Yoga kann uns helfen, den Stress zu erkennen und zu entschärfen, d.h. akzeptieren lernen, was wir nicht ändern können. Wichtig ist, sich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Wer ständig an Vergangenem oder an Zukünftigem nachgrübelt, dem setzt Stress eher zu. Abstand nehmen, die Situation aus einer anderen Perspektive beurteilen – wie werde ich in ein paar Tagen, in einer Woche, in einem Jahr über dieses Ereignis denken. Wie stark beeinflusst es mein Leben? Bewegung und Entspannung helfen den Stress zu entschärfen. Wer sich in ruhigen Zeiten in Gelassenheit übt, z.B. mit Yoga, schafft wertvolle Ressourcen für stressige Momente. 

 

(Auszüge aus "Das Gehirn", Schweizerische Hirnliga, Nr. 3/2017)